Nachdem Bundesregierung und die Bundesländer im Juni 2021 das Aufholprogramm beschlossen hatten, mussten die Bundesländer innerhalb kürzester Zeit, d.h. bis zum Beginn des Schuljahres 2021/22 Programme entwickeln, mit denen die Schulen es ermöglichen sollten, dass die Schüler*innen durch Schulschließungen und Distanzunterricht entstandene Lernrückstände ausgleichen und Beeinträchtigungen ihrer psychischen und körperlichen Gesundheit kompensieren könnten.

Die Datengrundlage für die Konzeption des Programms war alles andere als valide. Es gab nur Schätzungen zum Ausmaß der Lernrückstände und den psycho-sozialen Beeinträchtigungen sowie einzelne regionale Untersuchungen zu den Leistungsständen mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Nach einem halben Jahr und insbesondere nach Veröffentlichung des Zwischenberichts vom 31.03.2022 wurde Kritik laut: „Aufholprogramm an Schulen überzeugt die Verbände nicht“,„Einfach nur irgendwas zu machen, genügt nicht“. Im Kern kritisieren beide Stellungnahmen, dass mit dem bunten Strauß von Maßnahmen die grundlegenden Lernrückstände nicht aufgeholt werden könnten. Dagegen forderten die Kultusministerien eine Verlängerung des Programms über das Schuljahr 2022/23 hinaus.

Die folgende Analyse soll zu einer genaueren Einschätzung der Aufholprogramme beitragen. Vorsicht ist geboten, weil die Analyse ausschließlich auf der Bund-Länder-Vereinbarung, den Länderprogrammen und dem Zwischenbericht sowie auf mündliche und schriftliche Nachfragen bei einzelnen Bildungsministerien beruht. Informationen zur Umsetzung in den Schulen konnten nicht eingeholt werden.  Allerdings liegen dazu inzwischen Ergebnisse einer Evaluation einzelner Programmteile aus Bremen vor. Für die Analyse und Interpretation werden bildungswissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen. Insgesamt kann diese Analyse nur ein Schritt zu einer umfassenden Einschätzung sein.

Bevor die Programme selbst analysiert werden, soll der Kontext skizziert werden, weil dies für das Verständnis der Programme unerlässlich ist. Anschließend werden das Bundesprogramm und dann die Länderprogramme unter den wichtigsten Aspekten – der Lernstandfeststellung, Förderansatz und -materialien, Abbau der Bildungsungleichheit, der Umsetzung und Evaluation – analysiert. Im Fazit werden Bundes- und Länderprogramme insgesamt eingeschätzt und Folgerungen für die Bildungspolitik formuliert.

 

 

Dies ist ein Ausschnitt des Aufsatzes „Analyse der Aufholprogramme coronabedingter Lernrückstände“ von Hermann Zöllner. Das vollständige Dokument steht ab sofort hier zum Download bereit: