Die Verantwortung der Bildung für die Demokratie

Tagung anlässlich des 85. Geburtstags von Wolfgang Edelstein am 21. und 22. November 2014 in Berlin

Festabend zu Ehren von Wolfgang Edelstein

Es war sicherlich einer der Höhepunkte in der Geschichte unseres noch jungen Vereins, als am 21. November in den Nordischen Botschaften über zweihundert Gratulationsgäste zusammenkamen, um mit Wolfgang Edelstein, unserem alten Freund und Vordenker, nachträglich seinen 85. Geburtstag zu feiern. Zahlreiche Wegbegleiter von einst und heute hatten sich eingefunden und lauschten den Festreden von KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann, Prof. Gesine Schwan (Viadrina) und unserem Gründungsmitglied Prof. Peter Fauser. Mit seinem skeptischen Appell „Was heißt und zu welchem Ende treiben wir Demokratiepädagogik?“ bot dieser den Anwesenden reichlich Stoff zum Nachdenken. Als Überraschungsgast erschien die ehemalige isländische Präsidentin Vigdís Finnbogadóttir und überbrachte dem Jubilar eine besonders persönliche Botschaft in Erinnerung an seine Verdienste um die Reform des isländischen Schulwesens. Eingerahmt wurde der Festakt durch die musikalische Begleitung des jungen isländischen Pianisten Víkingur Heiðar Ólafsson und einen gewagten Versuch des DeGeDe-Vorstands, ein Ständchen aus isländischen Versen zu singen. Kurt Edler

Begrüßung, Ladatio und Festrede zu Ehren von Wolfgang Edelstein
Grußworte

Von links nach rechts:Gunnar Snorri Gunnarsson, Botschafter der Republik Island in Berlin, Kurt Edler, Vorsitzender der DeGeDe, Winfried Kneip, Stiftung Mercator

„….Ich will die Gelegenheit nutzen, Dir zu danken, für Deine Inspiration, für Deinen scharfen Geist und Deine freundschaftliche Verbundenheit, wann immer sich unsere Wege kreuzten. „..Winfried Kneip, Stiftung Mercator(mehr)

Festrede der Präsidentin der KMK und Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, Sylvia Löhrmann

…“Es ist auch unser Ziel als Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitiker ist es, im Sinne Edelsteins die Übernahme von Verantwortung im Alltag der Schulen systematisch zu verbessern, als Kerngeschäft, als täglichen Ernstfall.“…

aus: „Demokratische Bildung lebt von der Erinnerung an die Zukunft“Festrede der Präsidentin der KMK und Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW, Sylvia Löhrmann, zur Fachtagung „Verantwortung der Bildung für die Demokratie“.

Laudationes

…“Vor allem, dass es dir gelungen ist, das Interesse so vieler junger Pädagogen zu wecken, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern die sozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu fördern.“…Laudatio von Vigdis Finnbogadottir, ehem. Ministerpräsidentin von Island (mehr)

….“ Damit war die Voraussetzung gegeben, aus der individuellen tiefgehenden Erfahrung ein wissenschaftliches Programm zu machen, das von vornherein auf Handeln ausgerichtet war und ist. Es ging Wolfgang Edelstein in all seinen subtilen Forschungen nie nur um Erkenntnisse, aus denen man Wissen herleiten, die man dann ablegen kann, sondern um Einsichten, die zur Umsetzung in die Praxis taugen. Ja mehr: die zu Handeln und Praxis anstiften, die anstoßen und motivieren. Denn in diesem zierlichen, ruhig disziplinierten Mann stecken viel Feuer und Energie!“…aus der Laudatio von Prof. Dr. Dr. h.c. Gesine Schwan.(mehr)

Erwiderung von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Edelstein

…“Mein ganzes Leben habe ich als Außenseiter geführt, in der Dialektik zwischen Fremdheit und Einwurzelung, zwischen Entfremdung und Zugehörigkeit. Heute weiß ich:    Ich gehöre dazu – auch ohne Wurzeln. Ja, man kann nach Hause kommen, auch in einem fremden Land; in einen Hafen, der dich aufnimmt; in ein System der Mitbestimmung und Beteiligung, in die Zugehörigkeit zu einer Diskursgemeinschaft. Ja, ich bin nach Hause gekommen und ich danke euch dafür.“….Erwiderung von Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Edelstein (mehr)

Festrede von Prof. Dr. Peter Fauser, Mitbegründer der DeDeDe

….“Meiner Auffassung nach ist es sogar durchaus angemessen, hier den Begriff einer demokratischen Anthropologie ins Spiel zu bringen. Erziehungswissenschaftlich ist damit die These verbunden, dass ich eine „Allgemeine Pädagogik“ ohne Demokratiepädagogik für überholt halte. ….. Anna ist zwei Jahre und sieben Monate alt. Als sie beim Einkaufen mit ihrem Vater im Kaufhaus an die Rolltreppe kommt, sagt sie: „Ich will nicht getragen werden!“ Mich interessiert an dieser Situation nicht das „Weltwissen“ von Anna, zu dem Kaufhaus, Rolltreppe, Einkaufen usw. gehört. Mich interessieren die Verständigungs- und Handlungsverhältnisse. Bitte begleiten sie mich bei meinen Überlegungen in drei kurzen Schritten.“… aus „Was heißt und zu welchem Ende treiben wir Demokratiepädagogik? Ein skeptischer Appell.“ Prof. Dr. Peter Fauser(mehr)

Eindrücke

Festabend

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