Wege, Formate und Praxiseinblicke
21.05.2026
8:30 – 16:00 Uhr
Nordkolleg Rendsburg
Fachaustausch für Lehrkräfte, Schülervertretungen, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Elternvertretungen, außerschulische Partnerinnen und Partner sowie alle an Schule Beteiligte.
Demokratie braucht Mut! Sie lebt davon, dass wir Verantwortung übernehmen und Haltung zeigen. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen braucht es Mut, neue Wege auszuprobieren und demokratische Werte im Schulalltag lebendig werden zu lassen.
Deshalb laden wir Sie herzlich ein, gemeinsam zu diskutieren, voneinander zu lernen und neue Ansätze für eine demokratische Schulkultur zu entwickeln. Unsere Veranstaltung bietet inspirierende Impulse, praxisnahe Workshops sowie Raum für Austausch und Vernetzung – über Fächergrenzen hinweg. Denn Demokratiepädagogik betrifft uns alle.
Demokratie findet im Klassenzimmer statt und alle können dazu beitragen. Lassen Sie uns gemeinsam Perspektiven teilen, Ideen weiterdenken und Lösungen entwickeln. Wir freuen uns auf Ihre Impulse!
Agenda
| 08:30 Uhr | Ankommen |
| 09:00 Uhr | Begrüßung |
| 09:10 Uhr |
Input zu Aspekten der Demokratiebildung:
|
| 10:00 Uhr | Best Practice (Schülerprojekte/LdE- SoR Schule) |
| 10:30 Uhr | Markt der Möglichkeiten mit interaktiver Vorstellung inkl. Gruppenarbeit |
| 12:00 Uhr | Mittagspause |
| 13:00 Uhr | Workshopphase (individuelle Pause) |
| 16:00 Uhr | Abschluss |
Markt der Möglichkeiten
mit interaktiver Vorstellung inkl. Gruppenarbeit
Auf dem Markt der Möglichkeiten stellen sich Einrichtungen und Vereine aus Schleswig-Holstein mit ihren Angeboten für Schulen vor.
Hier können Sie sich vernetzen und Kontakte knüpfen.
In der Zeit von 10:30-11:15 Uhr möchten wir Sie zusätzlich zu einem interaktiven Format einladen. In diesem können Sie verschiedene Stände besuchen und dort auf besondere Gesprächsanlässe, Impulse oder Mitmachaktion treffen.
Workshops
Demokratischen Werten auf der Spur mit der Betzavta Methode
Christiane Joos und Meike Witte Betzavta Trainerinnen
Gegenwärtig erleben wir einen gesellschaftlichen Diskurs, der in Medien, Zivilgesellschaft und auch Parteien teilweise in absoluten Kategorien von ,richtig und falsch’ geführt wird.
Die Anerkennung des gleichen Rechts der anderen auf Freiheit ist die Anerkennung des gleichen Rechts aller Menschen auf Selbstverwirklichung, dies gilt sowohl für Situationen, in denen die Freiheit der anderen die eigene Freiheit fördert, als auch für Situationen, in denen dies die eigene Freiheit einschränkt.
Durch gezielte Irritation sollen in diesem Workshop vermeintliche Sicherheiten hinsichtlich ,richtig und falsch’ erschüttert werden und damit ein Beitrag zur Differenzierung und Stärkung der Eigenverantwortung der Demokratie im eigenen Umfeld sein. In Übungsformaten werden Teilnehmende immer wieder hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Vorstellungen über demokratische Werte konfrontiert.
Mitbestimmen statt zuschauen – SV als Werkzeug für eine demokratische Schulkultur
SV Bildungswerk
Schülervertretungen werden gerne belächelt – dabei haben sie viele Möglichkeiten, sich effektiv ins Schulleben einzubringen. Doch oft scheitert es an Teilhabe, Struktur und am häufigen Wechsel von Ämtern. Wir wollen euch zeigen, wie man methodisch viele Schülerinnen und Schüler in Projekte einbinden und mit besseren Strukturen effektiv arbeiten kann. Außerdem möchten wir darüber sprechen, was „demokratische Schulkultur” aus Sicht von Lernenden bedeutet und was es braucht, damit aus gelegentlichem Mitreden echte Mitbestimmung werden kann.
Story Exchange: Empathie erleben und durch Geschichten Brücken bauen
Dr. Barbara Glindemann (Facilitatorin Narrative 4)
Das beschriebene Format Story Exchange fungiert als innovatives Werkzeug, um durch das Teilen persönlicher Erlebnisse zwischenmenschliches Vertrauen und tiefes Mitgefühl zu stiften. Die Methode der globalen Organisation Narrative 4 setzt auf die Kraft des aktiven Zuhörens, wodurch Teilnehmer lernen, fremde Perspektiven einzunehmen und die Relevanz der eigenen Stimme und der eigenen Geschichte zu erkennen. Durch diesen Austausch werden wichtige gesellschaftliche Werte wie Demokratie, Diversitätstoleranz
und Konfliktprävention nachhaltig gefördert. Letztlich dient das Konzept dazu, soziale und andere Barrieren abzubauen und die Sichtbarkeit vielfältiger Lebensentwürfe innerhalb einer Gemeinschaft zu erhöhen. Story Exchange ist eine Methode, die von Künstlern getragen und von Pädagogen gestaltet wird.
Demokratie Fitness
Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein e.V.
Demokratie können und müssen wir immer wieder trainieren.
Das Programm „Demokratie Fitness“ der dänischen Organisation „We Do Democracy“ hat zehn zentrale „Demokratiemuskeln“, zum Beispiel Kompromissfähigkeit, Empathie, Mut und aktives Zuhören, identifiziert und in kurze, praxisnahe Trainingseinheiten übersetzt.
Die Übungen laden die Teilnehmenden ein, demokratische Kompetenzen zu erproben und die Erfahrungen auf den eigenen Alltag zu übertragen. Der Ansatz von „Demokratie Fitness“ macht deutlich: Wir nutzen demokratische Kompetenzen täglich – und können sie auch in kurzen Zeitslots trainieren.
In diesem Workshop lernen wir mehrere dieser „Demokratiemuskeln“ kennen. Gleichzeitig gibt der Workshop Impulse, wie sich das erlebnisbasierte Training demokratischer Kompetenzen in unterschiedliche Kontexte und Themenfelder integrieren lässt.
Demokratie gestalten: Kreative Projektideen für Schule und Gemeinde
Stina Wrede Bildungsreferentin
Wie können Schülerinnen und Schüler Demokratie nicht nur verstehen, sondern aktiv gestalten? In dieser Session lernen Lehrkräfte drei erprobte Bildungsprojekte kennen, die demokratische Kompetenzen durch Handlung, Reflexion und reale Begegnungen fördern:
- Project D – Democracy Innovation Labs: Schülerinnen und Schüler entwickeln demokratische Projekte für ihre Gemeinde.
- Framing Reality – Workshop zu Medienbildung, politischem Framing und Grenzen der Toleranz.
- ReelDemocracy – Projektwoche zur Produktion audiovisueller Medien rund um Demokratie und Ehrenamt.
Die Projekte zeigen praxisnah, wie Lernende gesellschaftliche Herausforderungen analysieren, eigene Initiativen entwickeln und demokratisches Engagement sichtbar machen können. Gemeinsam wird außerdem diskutiert, wie sich solche Ansätze im eigenen schulischen Kontext umsetzen lassen.
Mut zum Engagement und dadurch Lernen
LdE (Service Learning)
In diesem Workshop steht die „Gute-Tat-Aktion” als wirksames Lernformat für einen Einstieg in Lernen durch Engagement (LdE) im Zentrum. LdE ist eine Lehr- und Lernmethode, die gesellschaftliches Engagement mit dem fachlichen Lernen im Unterricht verknüpft. Gemeinsam schauen wir ganz praktisch darauf, wie Schülerinnen und Schüler anhand der Qualitätsstandards von Lernen durch Engagement durch die Planung, Durchführung und Reflexion einer kleinen – oder auch großen – guten Tat wichtige demokratische Kompetenzen wie Selbstwirksamkeit, Verantwortungsbewusstsein, Empathie sowie soziales Handeln und Mut aufbauen können.
Handlungsoptionen im Umgang mit rechtsextremen Positionierungen in der Schule
Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel
„Bist du auch Team rechts?“ hören Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter/innen immer häufiger im Umgang mit sich selbst eindeutig rechtsextrem positionierenden Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig zeigen sich Onlinetrends wie KI-generierte Abschiebevideos, das Absingen des sogenannten Syltsongs und das Zeigen des Hitlergrußes auch vermehrt durch nicht eindeutig rechtsextrem positionierte Schülerinnen und Schüler. Die Normalisierung solcher Inhalte fordert ein konsequentes Handeln von Schulen, deren verfassungsmäßiger Auftrag es ist, die Menschenwürde zu verteidigen. Gleichzeitig sind viele Lehrkräfte durch politische Neutralitätsdebatten verunsichert und suchen Unterstützung.
Dieses Seminar bietet Ihnen ein Verständnis der grundlegenden Funktionsweise rechtsextremer Sprache, Ansätze zur Reflexion der eigenen Haltung und praktische Handlungsoptionen im Umgang mit rechtsextremen Positionierungen.