Projekte 2009
Fortbildungsreihe: Chancen für Eltern-Chancen für Bildung. Elternbeteiligung in demokratischen Kitas und Schulen.
An Bildungsprozessen sind immer viele beteiligt: Neben Kindern und Jugendlichen, ErzieherInnen und LehrerInnen spielen vor allem die Eltern eine ausschlaggebende Rolle. Zahlreiche Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, wie sehr sie den Bildungserfolg ihrer Kinder beeinflussen und dennoch sind gerade Eltern als Akteure in Bildungseinrichtungen vielfach unterrepräsentiert.
Partizipation in demokratischen Kitas und Schulen
Eine zentrale Herausforderung für Kitas und Schulen besteht darin, eine Kultur der Verantwortung zu gestalten, die die Mitwirkung aller am Bildungsprozess Beteiligten sichert und zur guten Praxis macht. Nur so lassen sich Chancengleichheit, der professionelle Umgang mit Heterogenität und die optimale Förderung aller Kinder und Jugendlichen gewährleisten.
Gute Beispiele
Die Fortbildungsreihe richtet sich an (zukünftige) ErzieherInnen und LehrerInnen sowie an Eltern und ihre VertreterInnen. In vier Veranstaltungen werden Praxisbeispiele aus dem Ausland und aus Berlin vorgestellt, die zeigen, wie Bildungseinrichtungen sich auf denWeg machen können, um Eltern erfolgreich in ihre Arbeit einzubeziehen. Im Rahmen der Reihe wird diskutiert, welche Strategien sich aus den Beispielen für eine stärkere Partizipation von Eltern ableiten lassen.
Fachtagung zu Bildern, Vorstellungen und Konzepten für demokratisches Handeln JETZT
Thesenpapier zur Fachtagung:
Demokratieerziehung/-pädagogik kann nur in einer demokratisch-partizipativen Schule – einer Schule für alle Kinder - gelingen.
Das heißt für die Akteure:
In dieser Schule gibt es ein sich kontinuierlich entwickelndes demokratisch-partizipatives Klima, in dem sich bei allen Kindern und Jugendlichen ein positives Selbstwertgefühl entfalten kann. Dies beinhaltet auch, dass Schülerinnen und Schüler gleichberechtigt mit den anderen Akteuren an Entscheidungsprozessen zum Lehrern und Lernen teilhaben können (Mitwirkung wird zur Mitbestimmung).
Dazu braucht die Schule Lehrerinnen und Lehrer, deren Haltung gegenüber Schülerinnen und Schülern von Wertschätzung, Anerkennung und Achsamkeit geprägt ist. Sie unterstützen die Persönlichkeitsentwicklung bei ihren Schülerinnen und Schülern.
Die Leitung einer demokratischen Schule ist visionär. Sie pflegt einen partizipativen Leitungs- und Führungsstil, der sich durch eine Arbeit auf Augenhöhe mit allen Akteuren widerspiegelt.
Die Eltern werden als gleichwertige Partner im Bildungsprozess akzeptiert und bringen sich entsprechend ihrer Rolle und Kompetenzen aktiv ein.
Das heißt für die Kommunikation:
Die Kommunikationsprozesse zeichnet sich durch gegenseitige Wertschätzung und Achtung sowie Konfliktbereitschaft aus.
Entscheidungen werden durch Mitbestimmungs- und Aushandlungsprozesse zwischen allen Akteuren getroffen.
Das heißt für die Lernprozesse:
Die Lernprozesse bei den Schülerinnen und Schülern sind durch zunehmende Eigenverantwortung, Kooperation und Selbststeuerung geprägt. Die Entwicklung der personalen und sozialen Kompetenz ist Grundvoraussetzung für die Demokratiefähigkeit von Kindern und Jugendlichen und ist in allen Lernprozessen implizit zu fördern.
Lehrerinnen und Lehrer unterstützen beratend diesen Prozess. Sie unterrichten Kinder und Jugendliche und keine Fächer.
Das informelle Lernen gewinnt gegenüber dem formellen Lernen an Bedeutung. Dies bedarf entsprechender Rahmenbedingungen.
Mädchen und Jungen werden geschlechterbewusst individuell gefördert, d.h. dass Lehrerinnen und Lehrer ihr Lehrverhalten diesbezüglich reflektieren.
Das heißt für die Rahmenbedingungen:
Bereits vorhandene Möglichkeiten wie z.B. Rhythmisieren des Unterrichts, Flexibilisierung der Stundentafel, Nutzung außerschulischer Kooperationsorte, Budgetierung und Personaleinstellung sind durch die Schulen umfassender zu nutzen.
Weitere Rahmenbedingungen wie z.B. flexible Arbeitszeitmodelle für Lehrkräfte und bessere sächliche Voraussetzungen sind zu schaffen.
Schulische Entwicklungsprozesse erfordern eine kontinuierliche und konsistente Schulpolitik.
Das heißt für die Gesamtorganisation:
Der Weg zur demokratischen Schule ist ein Changemanagementprozess, der durch eine externen Beratung und Begleitung unterstützt wird.
Die demokratische Schule erfordert ein Unterstützungssystem, das die Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse unmittelbar kontinuierlich und langfristig unterstützt.
Die Schulaufsicht nimmt ihre gesetzliche Kontroll- und Beratungsfunktion im gemeinsamen Dialog mit der Schule wahr (dialogische Schulaufsicht).
Die Lehrerbildung stellt sich den neuen Anforderungen, kompetente Lehrerinnen und Lehrer für eine demokratische Schule auszubilden.