Demokratie lernen & leben

11.10.17 16:02 Alter: 39 days

Auf dem Wege zur Verankerung der DeGeDe in den fünf nord­deutschen Bundesländern

Kategorie: Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Niedersachsen, Schleswig Holstein, Aktuell

 

Ergebnisse der DeGeDe-Wochenendklausur in Parchim (Mecklenburg) am 22./23.09.2017

In einer sehr heterogen zusammengesetzten Runde haben am 22. und 23.9.2017 Mitglieder und Unterstützer_innen der DeGeDe im Bootshaus am Wockersee in Parchim Umrisse einer Ausdehnung des Vereins im Norden der Bundesrepublik skizziert. Beteiligt waren vierzehn Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, in der Altersspanne von 16 bis 67, und aus den unterschiedlichsten Betätigungsfeldern. Die Veranstaltung wurde von dem Projekt „Kirche stärkt Demokratie“ der evangelischen Nordkirche materiell und ideell unterstützt. Thematische Schwerpunkte waren die Jugendpartizipation und die Lehrerbildung. Als Wunschziel wurde unter anderem die Entwicklung einer systematischen Kooperation mit Trägern des Jugend-Engagements, Organisationen der Zivilgesellschaft und demokratischen Akteuren in der kommunalen Politik umrissen. Eine im Spätherbst tagende Vorbereitungsgruppe wird eine demokratiepädagogische Tagung vorbereiten, mit der wir dieses und andere Ziele präzisieren und durch ihre Umsetzung die Verankerung im Norden stabilisieren wollen. Eine solche Tagung soll in der ersten Jahreshälfte 2018 in Mecklenburg stattfinden.

Inhaltlich wurde die Klausur mit einem Kurzreferat von Prof. Wibke Riekmann (Hamburg) eröffnet, die den Wert demokratischen Engagements in Vereinen und Organisationen der Zivilgesellschaft hervorhob und der DeGeDe empfahl, sich nicht zu sehr auf die Schule als Ort des Demokratielernens zu beschränken. Als positives Beispiel für selbstorganisiertes Jugendengagement berichteten Mustafa Fakhro und Nadine Schul­ze aus dem Landkreis Friesland über das dort gerade gewählte Jugendparlament. Ihre Erfahrungen mit dem Aufbau dieser neuen basisdemokratischen Struktur, die vom Landrat und der Kreisjugendpflegerin in Jever nachdrücklich unterstützt wird, bestätigten die in der Runde vorhandene Einschätzung, dass das Erlebnis einer politischen Selbstwirksamkeit eine ganz entscheidende Voraussetzung dafür ist, bei jugendlichen Akteuren eine dauerhafte Motivation für demokratisches Engagement zu schaffen. Auf vergleichbare Erfahrungen in Bremen und Hannover sowie aus der Jugendbildungsarbeit in Mecklenburg wurde hingewiesen.

Ein weiteres Thema der Parchimer Klausur war die demokratische Lehrerbildung. Hierzu lieferte Frauke Bos, die in Hamburg für die Berufseingangsphase bei den Lehrkräften zuständig war, ein Eingangsstatement, in dem sie hervorhob, wie entscheidend es sei, an der pädagogischen Haltung des Lehrernachwuchses zu arbeiten. Die Impulsfrage „Was ist ein(e) gute(r) Lehrer(in)?“ führte zu einer intensiven Diskussion, in deren Verlauf ein Kompetenzprofil entstand, zu dem Qualitäten wie Authentizität, Begeisterungsfähigkeit, Offenheit, Reflexionsfähigkeit und die Bereitschaft gehörten, Schüler_innen ernst zu nehmen und sich mit ihrer Kritik auseinanderzusetzen (s. Flipchart-Foto).

Im dritten und abschließenden Teil der Klausur wurden aus diesen inhaltlichen Überlegungen strategische und organisatorische Ziele abgeleitet:

  1. Alle DeGeDe-Mitglieder, die in den fünf norddt. Ländern wohnen, sind aufgerufen, sich an der Tagung im kommenden Jahr zu beteiligen.
  2. Wir suchen in anderen Landkreisen nach Kooperationspartnern zum Thema Jugendparlament und beginnen dabei mit Niedersachsen; Ziel ist es, sich mit allen Interessierten und Aktiven auf einem JuPa-Treffen auszutauschen.
  3. Inhaltlich wollen wir an demokratiepädagogischen Ansätzen (Antirassismus, Bildung für nachhaltige Entwicklung, kirchliche Bildungsarbeit, Landeszentralen für politische Bildung, Unterrichtsentwicklung) andocken und herausbekommen, wo eine systematische Kooperation möglich ist.
  4. Auf der Tagung 2018 soll für die fünf Bundesländer eine „Bedarfsanalyse“ entwickelt werden, um spezifische demokratiepädagogische Arbeitsschwerpunkte für jedes Bundesland definieren zu können.
  5. So wie mit der Nordkirche in Mecklenburg ist - je nach Thema - eine Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und Nichtregierungsorganisationen vorstellbar.
  6. Bis zur Stabilisierung von Landesverbänden fassen wir ins Auge, eine Regionalgruppe Nord aufzubauen. Dazu haben wir eine Vorbereitungsgruppe eingerichtet.

 

Ansprechpartner:

Kurt Edler

edler@degede.de