Demokratie lernen & leben

29.10.15 18:38 Alter: 1 year

10 Jahre DeGeDe & 10 Jahre Magdeburger Manifest & Preisverleihung & DemokratieErleben & erster bundesweiter Demokratietag

Kategorie: Termine, Aktuell

 

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Magdeburger Manifests zur Demokratiepädagogik und der Gründung der DeGeDe laden wir Sie herzlich zur zweitägigen Veranstaltung „Demokratiepädagogik neu aufgestellt“

am 16. und 17. November 2015 in die Heinrich-Böll-Stiftung nach Berlin ein.

In drei Veranstaltungsteilen wollen wir mit Ihnen eine Bilanz zum aktuellen Stand der Demokratiepädagogik ziehen, Beispiele gelungener Praxis präsentieren und neue Impulse dazu setzen, wie Demokratie heute und in Zukunft  gelernt und gelebt werden kann.
Programm: https://inkongress.de/10jahre-degede/

 

Fachveranstaltung (16.11.2015 vormittags)

Der erste Teil der Veranstaltung steht unter dem Titel „Ein Blick zurück – zwei Blicke nach vorn: 10 Jahre nach dem Magdeburger Manifest“. Gemeinsam mit 150 Akteuren der Demokratiepädagogik aus Wissenschaft, Praxis und Politik sollen bei der Veranstaltung eine kritische Bilanz der Erfolge der Demokratiepädagogik gezogen werden und Handlungsimpulse für die nächsten 10 Jahre entwickelt werden. Hierbei sollen Fragen beantwortet werden, die sich vor dem oben skizzierten Hintergrund für die Demokratiepädagogik stellen:

  • Wohin soll sich die Demokratiepädagogik entwickeln? Was hat sich bewährt, was nicht?
  • Wie kann die Demokratiepädagogik in die Breite getragen werden?
  • Wie kann die Qualität demokratiepädagogischer Praxis gesichert werden?
  • Wie kann die Demokratiepädagogik die nötige politische Verankerung finden?

Dazu stellt der Vorstand der DeGeDe (Zwischen-)Ergebnisse und Impulse einer Strategiediskussion vor,  die seit einem Jahr mit Mitgliedern und anderen Akteuren der Demokratiepädagogik geführt wird.

10 Jahre Demokratiepädagogik in je 100 Sekunden: Wegbereitende und Wegbegleitende der Demokratiepädagogik kommen zu Wort.

Zum aktuellen Stand der Demokratiepädagogik: Erfolge und Herausforderungen diskutiert Kurt Edler mit

  • Prof‘. Dr. Viola B. Georgi (Stift ung Universität Hildeseheim),
  • Prof. Dr. Tilman Grammes (Universität Hamburg),
  • Sandra Zentner (Freudenberg-Stiftung) u.a.

Zu den Herausforderungen an die Demokratie(pädagogik) werdenprovokante Thesen als Impulse vorgestellt:

  • Geflüchtete / Kinderrechte: Bianka Pergande, Save the Children e.V. Deutschland
  • Einwanderung / Diversity: Prof. Dr. Viola B. Georgi, Diversity Education, Universität Hildesheim
  • Inklusion: Dr. Ulrike Barth, Dietlind Gloystein, beide im Auftrag der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
  • Klimawandel: Verena Hermelingmeier Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie (tbc)
  • Digitalisierung: Marina Weisband, Künstlerin und Internetakti visti n, Piratenpartei
  • Europa: N.N.

Im anschließenden Think Space – Anforderungen an die Demokratiepädagogik
findet die Diskussion und Entwicklung von Handlungsperspektiven zu den Themen aus den Impulsen statt. Diese Impulse sollen die Teilnehmenden in einem Open Space aufgreifen, diskutieren und daraus Handlungsansätze für die Demokratiepädagogik entwickeln.

Preisverleihung (16.11.2015 nachmittags)
Im zweiten Teil der Veranstaltung verleiht die DeGeDe gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung, Demokratisch Handeln, der Zukunftsstiftung Bildung und der Freudenberg Stiftung erstmalig den DemokratieErleben-Preis für demokratische Schulentwicklung.

Mit dem Preis werden drei Schulen geehrt, die Kinder und Jugendliche besonders darin fördern, aktiv und verantwortlich die Demokratie als Lebens-, Gesellschafts-, und Herrschaftsform In einer Schule in der Einwanderungsgesellschaft mitgestalten zu können.

Schulen aller Formen und Schulstufen waren zur Teilnahme an dieser Ausschrei-bung eingeladen. Der „Preis für demokratische Schulentwicklung“ ist mit einem Preisgeld von bis zu 5.000,-€ ausgestattet.
Erstmalig wird der Preis für demokratische Schulentwicklung "DemokratieErleben" am 16. November 2015 in der Heinrich-Böll-Stiftung verliehen.
Zur Entscheidungsfindung für die Preisvergabe wurden die nachfolgenden demokratiepädagogische Ziele und Herausforderungen herangezogen:

  • die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Schule,
  • die Förderung demokratiebezogener Kompetenzen und kritischer Mündigkeit,
  • die Entwicklung und Gestaltung kooperativer Lernformen,
  • die Gestaltung eines interkulturellen Diskurses im Sinne der Kinder- und Menschenrechte,
  • die Entwicklung eines konstruktiven Umgangs mit vielfältigen Lebenswelten,
  • die Öffnung der Schule für außerschulische Erfahrungen, Herausforderungen und Angebote,
  • die Förderung der Partizipation von Schüler*innen an sozialen, gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen außerhalb der Schule,
  • die demokratische, transparente und inklusive Gestaltung des Schulentwicklungsprozesses durch Verantwortungsträger unter Einbeziehung der Schülerschaft.

Dabei spielten die drei Qualitätsstandards: Partizipation, Inklusion und Diversität eine maßgebliche Rolle. Aufgezeigt werden sollte, wie sich diese Qualitätsstandards auf die Entwicklungsbereiche von Schule auswirken wie z.B.

  1. Förderung demokratiebezogener Kompetenzen
  2. Lerngruppen und Schulklasse
  3. Lernkultur
  4. Schulkultur
  5. Schulöffnung und Kooperationen
  6. Personalentwicklung
  7. Schulmanagement
  8. Schulprogramm


Drei Schulen erhalten einen Preis. Es werden ein erster Preis und zwei zweite Preise vergeben. Die Rangfolge ist aber bis zur Preisvergaben noch nicht öffentlich. (Die drei Gewinner*innenschulen(alphabetische Reihenfolge) Carolus-Magnus-Gymnasium, Übach-Palenberg; Freie Schule, Leipzig; Neckarschule, Mannheim

Insgesamt hatten sich 19 Schulen aus Deutschland beworben.

 

Erster bundesweiter Demokratietag (17.11.2015)

Der dritte Teil der Veranstaltung ist ein bundesweiter Demokratietag mit ca. 180 jugendlichen und erwachsenen Teilnehmenden. Die Demokratietage der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik bieten in mehreren Bundesländern (Rheinland-Pfalz, Hessen, NRW) seit vielen Jahren den demokratiepädagogischen Akteuren in einem Bundesland eine gemeinsame Plattform zum Austausch, zur Diskussion, zum Vernetzen und zum Kennenlernen. Die Demokratietage richten sich an die „Basis“ der Demokratiepädagogik – an die Gestaltenden, die sich in Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Vereinen und der Politik für mehr Demokratiepädagogik engagieren. Im Zentrum der Demokratietage steht der Praxisbezug: Sie helfen den Bildungseinrichtungenherauszufinden, wie sie ganz konkret in ihrer alltäglichen Arbeit die Demokratiepädagogik in ihrer Einrichtung voranbringen können. Demokratietage sind das Ergebnis eines fachlichen und wissenschaftlichen Diskurses und tragen diese Best-Praxis in die Breite.

Dieser erste bundesweite Demokratietag rückt die Preisträgerschulen des DemokratieErleben-Preises - und Schulen, die sich um den Preis beworben haben - in den Mittelpunkt und bietet ihnen ein Forum, ihre beispielgebenden Projekte an andere Schulen weiterzugeben. Darüber hinaus bietet er anderen beispielhaften Projekten aus Schule und Jugendarbeit ein Forum für die Facetten der Demokratiepädagogik. Durch dieses Gesamtarrangement wird die Demokratiepädagogik in der bundesweiten Vernetzung einen großen Schritt vorwärts gehen.