Demokratie lernen & leben

23.06.15 07:55 Alter: 2 yrs

Fachgespräch 1 der Reihe „Standard oder Sahnehäubchen“ am 17.6.2015

Kategorie: Aktuell, Berlin

 

Die Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. und der Verein Konflikthaus e.V. haben zum Fachgespräch "Wo steht die Schulmediation an Berliner Schulen?" eingeladen, um über den Stand von Konfliktmanagement und Schulmediation an Berliner Schulen zu diskutieren.

Weg vom Sahnehäubchen hin zum Standard? - ein weiter Weg!

An der Fishbowl-Diskussion im Forum der esbz haben teilgenommen:  Mark Rackles, Staatssekretär Bildung, Jugend und Wissenschaften; Ulrike Kahn, DeGeDe; Kerstin Luck, Konflikthaus; Sabine Behn, Camino; Prof. Dr. Angela Mickley, FH Potsdam (lehrt Mediation); Ulrich Janotta, Seminarleiter (ehem, Schulleiter); Ingrid Luzie Haller, Landeskommission gegen Gewalt; Christiane Richter, Vorstand Senior Partner in School. Moderiert hat das Gespräch Daniela Leinemann, Konflikthaus. Zu Gast im Außenkreis waren Student_innen der FH Potsdam und interessierte Mitglieder der DeGeDe und des Konflikthauses und von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport. Hier nun die Zusammenfassung der Diskussion:

Weg vom Sahnehäubchen hin zum Standard? - ein weiter Weg!

Mediation darf kein SAHNEHÄUBCHEN bleiben, sondern muss Teil der STRUKTUR und des Systems von Schule werden. Nur so kann sich eine Haltung hin zum Konflikt als Chance entwickeln. Das war eine der zentralen Forderungen der Initiator_innen dieses Fachgesprächs.

Es war ein konzentriertes und freundliches Gespräch im Forum der Ev. Schule Zentrum  in Berlin-Mitte. Daniela Leinemann von Konflikthaus moderierte es als Fishbowl- Gespräch und forderte die Zuhörenden immer wieder auf, mitzudiskutieren. Es gab unterschiedliche Meinungen, die sachlich diskutiert wurden. Alle waren um eine Verbesserung der Situation bemüht.

Senatssekretär für Bildung, Mark Rackles befürwortete eine Evaluation der vorhandenen Mediationslandschaft in der Schule, um Überblickswissen zu erhalten. Seiner Meinung nach ist das Angebot an Fortbildungen für Pädagog_innen auf dem Markt ausreichend. Andere Teilnehmende, Christiane Richter von SiS und Kerstin Lück von Konflikthaus waren nicht der Ansicht. 30-40 ausgebildete Mediator_innen pro Jahr reichen nicht aus, um die ausgebildeten Mediator_innen unter den Lehrkräften, die demnächst in Rente gehen zu ersetzen. Extern ausgebildete Schülermediator_innen machen noch keine neue Haltung im System Schule aus.

Die Schulinspektion soll das Thema mit in den Katalog aufnehmen, wünscht sich Ulrike Kahn von der DeGeDe.

Staatssekretär Rackles möchte eine AG in der Senatsverwaltung damit befassen. Kerstin Lück versprach Zuarbeit bei der Erstellung der Indikatoren.

Der Verein Senior Partner in School braucht dringend eine Basisfinanzierung. Er sichert mit 180 Senioren das unterste Level der Schulmediation ab und das nur für 60 Schulen, 20 weitere Schulen stehen in der Warteschleife. Zusammen mit den extern ausgebildeten Schülermediatior_innen. Auch dazu werden weitere Gespräche stattfinden. Zum Standard ist es ein weiter Weg.