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Schulklima/-kultur

„Wenn man eine Schule betritt und die ersten Schülerinnen, Schüler oder Lehrkräfte trifft, spürt man sofort den Geist der Schule und das Schulklima ..."

Der Begriff "Schulkultur" bezieht sich auf die Gestaltung der Schule als Lebensumfeld, auf die Gestaltung der Beziehungen der Lehrenden und Lernenden untereinander wie miteinander und auf die Zusammenarbeit mit Eltern und außerschulischen Partnern (Hessischer Referenzrahmen Schulqualität).

Dem amerikanischen Schulentwicklungsforscher Eric Schaps zufolge haben wir mehrere grundlegende psychologische Bedürfnisse:

Wir binden uns an diejenigen Personen und Institutionen, die diese Bedürfnisse befriedigen. Eine Schule, in der diese Bedürfnisse befriedigt werden, zeichnet sich durch folgende Aspekte aus:

  1. Die Beziehungen zwischen den verschiedenen an Schule beteiligten Individuen (Schülern, Lehrern, Schulsozialarbeit, Schulleitung und Eltern) sind wertschätzend und unterstützend.
  2. Es werden gemeinsame Ziele und Ideale entwickelt und benannt.
  3. Alle Akteure von Schule beteiligten sich aktiv am Schulleben und an der Umsetzung der Ziele und Strategien der Schule.
  4. Es gibt regelmäßige Möglichkeiten zur gegenseitigen Hilfe und Zusammenarbeit mit anderen.
  5. Es wird eine entwicklungsgemäße Möglichkeite zum eigenständigen Handeln und Einflussnehmen gewährt.
  6. Die ganze Schule und jede einzelne Klasse werden als Lebensumfeld der Beteiligten gestaltet.

An Schulen mit einem guten Schulklima haben alle Beteiligten eine hohe emotionale und soziale Kompetenz, die Schüler sind leistungsbereit und handeln altruistisch. Es existiert zudem an diesen Schulen weniger problematisches Verhalten (Delinquenz, Gewalt, Selbstmordversuche, psychische Krisen, Alkohol, Drogen usw.). Die Stärkung des Gemeinschaftssinns in der Schule hat eine positive Auswirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung von Schülern. Die sechs Hauptdimensionen eines Schulklimas sind nach Markus Freitag:

  1. "Individuelle Merkmale der Lehrer und des Lehrerverhaltens sowie des Unterrichts (Geschlecht, Alter, Erfahrung, Engagement, Selbstwertgefühl, Lehrerkompetenzen etc.)
  2. individuelle Merkmale der Schüler und der Schülerschaft (Geschlecht, Alter, Schichtzugehörigkeit, soziale Kompetenz, Selbstwertgefühl, Klassengröße und Klassenzusammensetzung etc.)
  3. Merkmale der Schule als Institution (räumliche Lage, Größe, Organisationsstruktur, d.h. Curriculum, Leitungsstil der Schulleitung, Weiterbildung des Kollegiums, Einbindung der Elternschaft, Öffnung der Schule nach außen etc.)
  4. Merkmale der Interaktion und des Verhältnisses zwischen den Schülern und Lehrern (Disziplin, Vertrautheit, Diskussionsstil etc.)
  5. Merkmale der Interaktion und des Verhältnisses zwischen den Schülern untereinander (Kohäsion, Konkurrenz, Disziplin etc.) 
  6. Merkmale der Interaktion und des Verhältnisses zwischen den Lehrern untereinander (Kollegialität, Respekt, Kooperation)" (Freitag 1998, S. 32 f.).

Medien: Literatur, Downloads, Links, Videos

Diedrich, M. (2008): Demokratische Schulkultur. Messung und Effekte. Münster: Waxmann.

Freitag, M. (1998): Was ist eine gesunde Schule? Einflüsse des Schulklimas auf Schüler- und Lehrergesundheit. Weinheim und München: Juventa.

Schneider, R. (o.J.): Klassenklima, Schulklima, Schulkultur – wichtige Elemente einer gesundheitsfördernden Schule.
Online unter: http://www.schule-bw.de/lehrkraefte/beratung/suchtvorbeugung/informationsdienst/info18/I1823Schneider_E.pdf