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Soziales Lernen

Soziale Kompetenzen umfassen „personelle, interpersonelle sowie interkulturelle Kompetenzen und betreffen alle Formen von Verhalten, die es Personen ermöglichen, in effizienter und konstruktiver Weise am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzuhaben, insbesondere in zunehmend heterogenen Gesellschaften, und gegebenenfalls Konflikte zu lösen.“

Quelle: Europäische Kommission (Hrsg.) (2007): Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen – ein europäischer Referenzrahmen. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften,  S. 20.

Die Soziale Kompetenz war bis Mitte des vorigen Jahrhunderts als psychologischer Begriff ein Kriterium zur Entscheidung, ob eine geistige Behinderung vorliegt.

Traditionell gesehen ist die Familie der primäre Ort, an dem soziale Kompetenz gelernt wird. In den letzten Jahren wird die Vermittlung sozialer Kompetenz jedoch auch als Bildung- und Erziehungsziel in Schule angesehen. Dabei wird unter sozialer Kompetenz die Kenntnis und Anwendung angemessenen lnteraktionsverhaltens in sozialen Situationen verstanden.

Mit Sozialem Lernen bezeichnet man die Vermittlung von sozialen Kompetenzen. Dies passiert ungeplant und unbewusst in der Begegnung (täglich), es kann ungeplant und bewusst vonstattengehen (Selbstreflektion, Gespräche mit anderen) oder geplant und bewusst geschehen (in Trainingsmaßnahmen, Kursen, Sozialen Trainingsstunden in der Schule usw.). Maximal gefördert bzw. angeleitet wird das Lernen eines Einzelnen oder einer Gruppe immer dann, wenn der Lernprozess verantwortlich mitgestaltet werden kann.

Der Begriff des Sozialen Lernens beinhaltet zwei Aspekte: Zum einen ist das Soziale das Objekt des Lernens, andererseits ist es auch die Art und Weise, wie soziales Verhalten gelernt werden soll. Die Orientierung an den Grund- und Menschenrechten bildet die Grundlage für das Soziale Lernen. Folgende Bereiche werden beim Sozialen Lernen abgebildet:

  1. Fähigkeit zum Umgang mit Gefühlen entwickeln
  2. Fähigkeit zu Perspektivübernahme und Empathie entwickeln
  3. Fähigkeit zur Selbst- und Fremdwahrnehmung entwickeln
  4. Unterschiede wahrnehmen und achten
  5. Kommunikationsfähigkeit entwickeln
  6. Kooperationsfähigkeit entwickeln
  7. Fähigkeit zu konstruktiver Konfliktbewältigung entwickeln
  8. Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit stärken und Verantwortung übernehmen

 

Mittlerweile gibt es eine Fülle von Fachliteratur und Programmen für Grund- und Oberschulen zur Förderung Sozialer Kompetenzen:

Medien: Literatur, Downloads, Links, Videos

Bauer-Klebl, A./Euler, D./Hahn, A. (2011): Das Lehrgespräch – (auch) eine Methode zur Entwicklung von Sozialkompetenz? Paderborn: Eusl.

Brohm, M. (2009): Sozialkompetenz und Schule. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zu Gelingensbedingungen sozialbezogener Interventionen. Weinheim und München: Juventa.

Holtz, K. L. (1994): Geistige Behinderung und soziale Kompetenz. Analyse und Integration psychologischer Konstrukte. Heidelberg: HVA-Edition Schindele.

Klein, E. (2012): Soziales Lernen im Kontext Schule. Instrumente für die Planung und Dialogische Reflexion Sozialer Lernprozesse. Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe (Hrsg.).
Download unter: http://www.kobranet.de/kobranet/freitext/791/Soziales_Lernen_im_Kontext_Schule.pdf

 

www.berlin.de/lb/lkbgg/gewalt_und_kriminalitaetspraevention/schule-und-gewaltpraevention/soziales-lernen/