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Schulentwicklung

„Man weiß nie, was daraus wird, wenn die Dinge verändert werden. Aber weiß man denn, was daraus wird, wenn sie nicht verändert werden?“ (Elias Canetti)

Alle Schulen entwickeln sich, der Terminus der Schulentwicklung bezeichnet jedoch einen systematischen, zielgerichteten, selbstreflexiven und für die Bildungsprozesse der Schüler funktionalen Entwicklungsprozess von einem Ist-Zustand hin zu einer Professionalisierung der schulischen Prozesse. Das Ziel von Schulentwicklung ist die Verbesserung der Qualität einer Schule als Institution und des Unterrichts.

Nach Hans-Günter Rolff ist Schulentwicklung „eine Trias von personaler Entwicklung, Unterrichtsentwicklung und Organisationsentwicklung.“ (Rolff 2000, S. 14). Auf der Mikroebene gedacht sind hierbei folgende Stichworte wichtig: Personalentwicklung, Unterrichtsentwicklung, Teamentwicklung, Organisationsentwicklung, Leitbildung der Schule, Schulprogramm, Institutionelles Lernen, Lernende Organisation und Projektmanagement.

Dabei basiert die systemische Schulentwicklung auf der Vorstellung, dass sich das System einer Schule immer dann ändert, wenn sich auch in den Subsystemen von Lehrer- und Schülerschaft, Unterricht und Organisation etwas verändert. Es gibt allerdings keine lineare Kausalkette von Ursache und Wirkung, sondern Wechselwirkungen im System.

Schulentwicklung kann nicht von außen angeordnet werden, sie muss stets ermöglicht werden. Unterstützt durch gute Schulentwickler, Fachberater oder externe Moderatoren ist dabei insbesondere die innerschulische Vorgehensweise wichtig, nämlich:

  1. ein partizipatives Vorgehen:     
    Alle an Schule beteiligten Akteuren (Schüler, Lehrer, Schulsozialarbeit, Schulleitung, Eltern, externe Partner) wird ermöglicht, am Schulentwicklungsprozess teilzuhaben.
  2. eine demokratisches Vorgehen:            
    Es werden Verfahren zur Schulentwicklung genutzt, die die Mitsprache aller an Schule Beteiligten garantieren.

Ein nützliches Instrument hierzu ist ein Audit, ein kommunikatives Verfahren zur systematischen Qualitätsentwicklung und -verbesserung durch Selbstbewertung und Begutachtung von außen anhand eines Kriterienkatalogs, an dem alle Gruppen in der Schule beteiligt sind. Aufbauend auf den Ergebnissen des Audits können Zukunfts- und Ideenwerkstätten, Open Space-Veranstaltungen oder sogenannte „Wir-Werkstätten“ Kernpunkte in der Entwicklungsarbeit werden. Wir-Werkstätten setzen als Methode unter Zuhilfenahme von wertschätzenden Fragen bei den Stärken einer Schule an, die dann zu konkreten Projekten weiterentwickelt werden. Kontinuität und Geduld sind wichtige Begleiter in dieser Phase des Schulentwicklungsprozesses. Die auftretenden Fortschritte einer Schulentwicklung werden in bestimmten Abständen von allen innerschulischen Gruppen und externen Prozessbegleitern gemeinsam begutachtet. Schule wird zu einer demokratischen Einrichtung.

Medien: Literatur, Downloads, Links, Videos

Bohl, T. et al (Hrsg.)(2010): Handbuch Schulentwicklung: Theorie – Forschungsbefunde – Entwicklungsprozesse - Methodenrepertoire: Theorie – Forschung – Praxis. Stuttgart: UTB.

Kempfert, G./ Rolff, H.-G. (2005): Qualität und Evaluation. Ein Leitfaden für Pädagogisches Qualitätsmanagement. Weinheim: Beltz.

Rolff, H.-G. (2000): Manual Schulentwicklung. Handlungskonzept zur pädagogischen Schulentwicklungsberatung. Weinheim: Beltz.

Ders. (2007): Studien zu einer Theorie der Schulentwicklung. Weinheim: Beltz.

Sailmann, G. (2005): Schulische Vernetzung – Slogan oder Schlüsselkonzept der Schulentwicklung? Köln: WiKu.