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Lernen durch Engagement

"Ich habe es einfach selbst erfahren, dass ein Engagement im Stadtteil sich lohnt. Es bringt nicht nur den Menschen, für dich ich mich engagiere, etwas, sondern ich lerne mehr als sonst für mich."

Lernen durch Engagement (engl. Service-Learning, kurz: LdE) ist eine Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement von Schüler*innen mit fachlichem Lernen im Unterricht verbindet. Kinder und Jugendliche setzen sich für das Gemeinwohl ein, tun etwa für andere und sammeln dabei demokratische Erfahrungen. Dabei ist ihr gesellschaftliches Engagement als Teil von Unterricht eng verbunden mit dem fachlichen Lernen. Dieser Praxisansatz aus dem anglo-amerikanischen Raum wird Service-Learning genannt und wurde in Deutschland als Lernen durch Engagement bekannt.

Das Engagement der Schüler*innen ist an einem realen Bedarf ausgerichtet, der im Vorfeld von ihnen im Stadtteil oder in der Gemeinde recherchiert wird. Damit erhalten die Schüler*innen die Möglichkeit, Selbstwirksamkeitserfahrungen in realen Kontexten zu sammeln und erfahren, dass ihr eigenes Tun nützlich ist und gebraucht wird. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, dass das praktische Engagement der Kinder und Jugendlichen außerhalb der Schule stattfindet, um den Blick für gesellschaftliche Herausforderungen zu öffnen und mit Menschen zusammenzuarbeiten, mit denen die Schüler*innen sonst wenig in Berührung kommen.

Dabei werden die Erfahrungen der jungen Menschen, die sie bei ihrem Engagement im außerschulischen Umfeld sammeln, im Unterricht reflektiert und mit Lerninhalten verknüpft. Sie entwickeln persönliche, soziale, demokratische und – durch die Anknüpfung an Unterricht – auch fachliche Kompetenzen.


Beispiele für Lernen durch Engagement sind:

Schülerinnen und Schüler…

Im bundesweiten Netzwerk Lernen durch Engagement wurden sechs Qualitätsstandards für die Umsetzung von Service-Learning entwickelt:

  1. Das Engagement der Schüler*innen reagiert auf einen realen Bedarf in der Gemeinde/im Stadtteil oder der Gesellschaft.
  2. Die LdE-Projekte sind Teil des Unterrichts, und das Engagement wird mit Unterrichtsinhalten verknüpft.
  3. Es findet eine regelmäßige und bewusst geplante Reflexion der Erfahrungen der Schüler*innen statt.
  4. Die Schülerinnen und Schüler partizipieren in allen Phasen des Projektes und sind aktiv an der Planung, Vorbereitung und Ausgestaltung des LdE-Vorhabens beteiligt.
  5. Das Engagement der Schüler*innen findet außerhalb der Schule und in Zusammenarbeit mit Engagementpartnern statt.
  6. Das Engagement und die Leistungen der Schüler*innen werden durch Feedback im gesamten Prozess und bei einem anerkennenden Abschluss gewürdigt.

Medien: Literatur, Downloads, Links, Videos

Zentner, S. & Nagy, F. (2016). „Und dann habe ich gemerkt, dass ich mich auf mich verlassen kann!“. Mit „Lernen durch Engagement“ Kinder und ihre Rechte stärken. In L. Krappmann & C. Petry (Hrsg.), Worauf Kinder und Jugendliche ein Recht haben. Kinderrechte, Demokratie und Schule: Ein Manifest. Schwalbach/Ts.: Debus Pädagogik Verlag.

Seifert, A. & Nagy, F. (2014). Demokratische Bildung im Unterricht: Schulische Engagement-Projekte und ihr Beitrag zu Demokratiekompetenz. Heidelberg: Springer VS.

Seifert, A./Zentner, Nagy, F. (2012): Praxisbuch Service-Learning.  »Lernen durch Engagement« an Schulen, Weinheim/Basel: Beltz.

Frank, S./Seifert, A./Sliwka, A./Zentner, S. (2009): Service-Learning - Lernen durch Engagement. In: Edelstein, W./Frank, S./Sliwka, A. (Hrsg.): Praxisbuch Demokratiepädagogik. Sechs Bausteine für die Unterrichtsgestaltung und den Schulalltag. Weinheim/Basel: Beltz.  

Internet

Webseite der Stiftung und des Netzwerks Lernen durch Engagement
www.lernen-durch-engagement.de