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Inklusion

„Ausgrenzung ist gänzlich unnötig, egal, ob es dabei um Behinderungen oder um soziale Ausgrenzung bzw. Ausgrenzung von Migranten geht. Jeder Mensch ist gleich und dabei einzigartig.“

Inklusion (lat. inclusio, Einschließung, Enthaltensein in etwas) kann als sozio-kulturelles Konzept zur Überwindung der gesellschaftlich konstruierten (also nicht durch Natur vorgegebenen) Klassifizierung der Menschen in Gruppen, die zum Ausschluss einzelner Gruppen führt, verstanden werden.

Der Inklusionsgedanke im Bildungsbereich geht von der grundsätzlichen Bejahung des Andersseins aller Menschen in seiner Verschiedenheit bzw. auch einer Behinderung aus. Leitend dabei ist das Prinzip der Wertschätzung der Diversität (Vielfalt) in Bildung und Erziehung. Heterogenität wird als eine Gegebenheit betrachtet, die die Normalität darstellt. Die anthropologische Grundlage der Inklusionsidee geht von der individuellen Verschiedenheit als Grundbedingung des Menschseins aus. So verstanden ist Inklusion ein Menschenrecht. Rechtliche Verankerung findet die Inklusion u.a. in der Salamanca-Erklärung 1994 im Rahmen einer UNESCO-Konferenz und in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (13.12.2006), die seit März 2009 in Deutschland gilt.

Hieraus erwachsen Ansprüche und Herausforderungen für eine gelungene Inklusionspädagogik: Allen Schülerinnen und Schüler gebührt ausnahmslos die gleiche Wertschätzung. Abbau von Barrieren und Entwicklung von gemeinsamen Projekten sind zu fördern; sie sind stets an der Vielfalt der Lernenden orientiert, um optimale Teilhabe an Alltagskulturen zu gewährleisten.

Die Inklusionspädagogik eröffnet allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihr Recht auf adäquate Bildung und auf Erreichung ihres individuell höchstmöglichen Bildungszieles wahrzunehmen und damit ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen. Inklusion gelingt dann, wenn Lehrerinnen und Lehrer ihre Haltung reflektieren, indem sie verstärkt die Kinder und Jugendlichen begleiten und bei dem Prozess unterstützen, individuell zu lernen. Sie stellen Ressourcen zur Verfügung und finden teamorientierte Lösungen für Probleme.

Wesentlich Merkmale der Inklusionspädagogik sind:

Medien: Literatur, Downloads, Links, Videos

Bertelsmann Stiftung, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Deutsche UNESCO-Kommission (Hrsg.)(2011): Gemeinsam lernen - Auf dem Weg zu einer inklusiven Schule. 2011, mit DVD. In: bertelsmann-stiftung.de.

Bertelsmann-Stiftung, Podium Schule 1.10: Gemeinsam Lernen - mit und ohne Behinderung. In: bertelsmann-stiftung.de, (5. Juni 2011).

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)(2011), Bonn: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (BWP): Wege zur Inklusion. Reihe BWP 2/2011/bibb.de.

Boban, I., Hinz, A(2004): Gemeinsamer Unterricht im Dialog. Vorstellungen nach 25 Jahren Integrationsentwicklung.

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Metzger, C./Weigl, E.(2010): Inklusion – eine Schule für alle. Cornelsen.

Maschke, T. (Hrsg.) (2010): ...auf dem Weg zu einer Schule für alle.

mittendrin e.V. (Hrsg.)(2011): Eine Schule für alle - Inklusion umsetzen in der Sekundarstufe, Verlag an der Ruhr.

 Neuschäfer, R., A.(2012): Inklusion in religionspädagogischer Perspektive. Annäherungen, Anfragen, Anregungen, IKS Garamond, Jena.

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Knauer, S. (2008): Integration. Inklusive Konzepte für Schule und Unterricht. Weinheim, Basel: Beltz.

Links

Onlinehandbuch Inklusion als Menschenrecht: www.inklusion-als-menschenrecht.de

Inklusive Pädagogik und Menschenrechtsbildung mit Kindern und Jugendlichen - eine Weiterbildungsreihe für pädagogische Fachkräfte: www.inklusive-menschenrechte.de

Deutschsprachige Seite zum Index für Inklusion: www.inklusionspaedagogik.de

Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft zur Inklusion: www.gew.de/Index_fuer_Inklusion.html

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): Manifest Inklusion statt Integration. In: gew.de

Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft zur Inklusion: http://www.montag-stiftungen.de/jugend-und-gesellschaft/projekte-jugend-gesellschaft/projektbereich-inklusion.html