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Elternbeteiligung

„Gelingende Elternbeteiligung findet dann statt, wenn wir als Eltern, bzw. Väter oder Mütter in der Schule bei den Pädagoginnen und Pädagogen willkommen sind, ein partnerschaftliches
und offenes Verhalten zueinander entwickeln und auf Augenhöhe zusammenarbeiten."

Elternbeteiligung bedeutet die aktive Teilhabe von Eltern an schulischen Prozessen und das aktive Mitgestalten von Schul- und Unterrichtsentwicklung. Andere Begriffe sind Elternpartizipation oder Elternmitwirkung.Die Rechte von Eltern sind in Bezug auf Schule, Bildung und Sozialisation im Grundgesetz (z.B. Art. 6 und 7 GG) und den jeweiligen Länderverfassungen sowie in den Schulgesetzen der Länder fest verankert. Dabei variiert die Bandbreite der aktiven Mitwirkungsmöglichkeiten von Eltern in den verschiedenen Bundesländern und in Abhängigkeit von den konzeptionellen Veränderungen in der jeweiligenSchullandschaft.

Wie viel und wie erfolgreich sich Eltern in der Schule engagieren und an der Schulentwicklung aktiv mitwirken können, ist nicht nur von den gesetzlichen Möglichkeiten abhängig, sondern auch von den persönlichen Fähig- und Fertigkeiten der Eltern(beiräte): ihre Bereitschaft Zeit und Energie zu investieren,sich Kompetenzen anzueignen, wie auch von der Offenheit und Bereitschaft der Schulleitung sowie des Kollegiums zur partnerschaftlichen Kooperation und demokratischen Zusammenarbeit.

Demokratisches Denken und Handeln ist nicht angeboren, sondern wird bereits im Kindesalter erlernt und eingeübt. Eltern leben Werte im Alltagsleben und geben damit ihren Kindern eine Orientierung. Regeln sind dann erfolgversprechend, wenn sie auf Augenhöhe ausgehandelt werden und gleichermaßen für Eltern und Kinder gelten. Eltern tragen die Verantwortung für ihre Kinder bis zur Volljährigkeit und deswegen ist es für ein demokratisches Miteinander notwendig, dass Eltern und die verschiedenen Bildungseinrichtungen selbstverständlich und gemeinsam auch demokratisches Denken/Wissen und Handeln den Kindern und Jugendlichen im Alltag vorleben und praktizieren. Dies gilt für alle Bildungseinrichtungen und sollte nicht auf diejenigen in sozialen Brennpunkten beschränkt sein.

Die Bedeutung einer aktiven Elterbeteiligung an Schule ist somit sehr groß, da die Qualität des Verhältnisses von Schule und Familie auch die Qualität der Sozialisations-, Bildungs- und Erziehungsprozesse für die Kinder mit beeinflusst. Zudem wirkt die Schule über die Eltern und Familien in Beziehungsgeflechte der lokalen Gemeinschaft im Umfeld der Schule hinein. Aktive und positive Beziehungeninnerhalb der Schulgemeinschaft können dazu beitragen, das "soziale Kapital" und die soziale Zusammenhangskraft im lokalen Umfeld der Schule zu stärken und soziale Inklusion zu fördern.

Aktive Eltern-Partizipation beinhaltet u.a.:

Die Qualität von Elternbeteilung am Schulgeschehen und an der Schulentwicklung bemisst sich am Grad real gelebter Partizipation, die an den Strukturen, Entwicklungen und Prozessen in der Schule erkennbar und nachvollziehbar sind.
Demokratisch arbeitende Schulen beziehen ihre Elternschaft aktiv mit in Arbeits- und schulische Entwicklungsprozesse ein (z.B. Inhalte des Schulalltags, Schulprogramme, Schulkonferenz etc.). Eltern sind in diesen Schulen nicht „nur die Kaffee-/Kuchen-Versorgungsstationen“ auf Schulfesten, sondern werden ernst genommen, sind Teil einer partnerschaftlichen Schulgemeinde. In diesen Schulen werden die Eltern direkt und ganz selbstverständlich in wichtige Prozesse und Entscheidungen der Schule einbezogen. Grundlage sind eine frühzeitige Information der Eltern und ein offener, vertrauensvoller und regelmäßiger Austausch zwischen der Elternvertretung und der Schulleitung auf Augenhöhe. Ein aktives Mitsprache- und Mitentscheidungsrecht in Arbeitskreisen, Beratungen und Konferenzen etc. unterstreicht die Bedeutsamkeit elterlicher Positionen im Schulalltag und sollte nicht auf wenige Elternstimmen bei Entscheidungsprozessen beschränkt sein (wie derzeitig in den Schulgesetzen der Länder festgeschrieben).
Wichtig für das Entstehen und die Förderung einer aktiven Elternmitwirkung am Schulgeschehen ist zudem, dass Themen von Eltern zeitnah aufgegriffen und gemeinsam diskutiert werden, ohne Aussparung von Konfliktpunkten. Demokratisch arbeitende Schulen beziehen alle schulischen Gremien mit ein, diskutieren offen miteinander, sind kompromissbereit bzw. gern konsensorientiert und tragen die entwickelten Inhalte und Entscheidungen zuverlässig gemeinsam für eine gute/bessere Schule für alle.

Medien: Literatur, Downloads, Links, Videos

Gomolla, M. (2009): Elternbeteiligung in der Schule. In: Fürstenau, S./Gomolla, M. (Hrsg.): Migration und schulischer Wandel: Elternbeteiligung. Lehrbuch. Wiesbaden: VS Verlag, S. 21-49.
Knapp, R. (2001): Elternarbeit in der Grundschule. Berlin: Cornelsen.
Keck, R. W./Kirk, S. (Hrsg.)(2001): Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule. Hohengehren: Schneider Verlag.
Sacher, W. (2008): Elternarbeit – Gestaltungsmöglichkeiten und Grundlagen für alle Schularten. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhard.

Familylab ist ein Projekt, das bundesweit an einigen Standorten Beratung und Fortbildung für Eltern anbietet.

(mehr dazu)

Vodafone Stiftung Deutschland(Hrsg.)(o.J.): Qualitätsmerkmale
schulischer Elternarbeit
Ein Kompass für die partnerschaftliche
Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus, Düsseldorf

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