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Anerkennung

„In der neuen Schule erfahre ich Anerkennung von meinen Mitschülerinnen und Mitschülern und auch meiner Lehrerin. Sie wertschätzen mich als Mensch, egal, ob ich Fehler mache oder Mist baue."

Unter Anerkennung ist eine Haltung zu verstehen, die die andere Person als ein Individuum mit eigenen Bedürfnissen, Auffassungen und Interessen respektiert. Dabei spielt die Leistung, das Aussehen und die Religion keine Rolle. Anerkennung leitet sich aus dem Respekt vor der Menschenwürde ab und versteht sich als Alltagshandeln. Anerkennung des anderen ist ein Grundbedürfnis.

Sie ist Voraussetzung für die Entwicklung der Individualität und Identität. Das ausschließliche Streben nach Anerkennung durch andere stellt eine Gefahr dar, deswegen ist es wichtig, dass Kindern lernen, sich selbst durch ihr eigenes Selbstwertgefühl eine Anerkennung zu geben. Anerkennung wächst im Prozess der gegenseitigen Achtung, dem Recht auf Wohlbefinden aber auch dem Recht auf eigene Ansicht. Entscheidend dabei ist, dass die gegenseitige Tolerierung und nicht der Verzicht auf eigene Vorstellungen beziehungsweise eine falsche Rücksichtnahme erfahren wird.

Anerkennung des anderen birgt auch die Möglichkeit, dem anderen nach Enttäuschungen weiterhin zu vertrauen und nicht in Zukunft nur noch ausschließlich negativ zu reagieren. Es bedeutet auch, nachzufragen und nicht nur enttäuscht zu verhalten.

Unterstützend wirkt die gewaltfreie Kommunikation. Die „Giraffensprache“ ermutigt zu einem wertschätzenden Umgang miteinander, indem sie positives Verhalten belohnt, anstatt negatives zu bestrafen. Nach dem Konzept von Marshall Rosenberg trainieren die Kinder sowie die Pädagoginnen und Pädagogen, konstruktiv zu kommunizieren.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schlägt folgende Praxisanregungen vor:

 

Darüber hinaus gibt es vor allem im Klassenrat durch die institutionell angelegte Anerkennungsrunde eine kontinuierliche Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche lernen sich gegenseitig Anerkennung zu geben. So können sie  Verantwortung über die Entwicklung des eigenen Selbstwertgefühls aber auch das der anderen übernehmen.

Gute Schulen entwickeln eine Anerkennungskultur, denn Anerkennung, Wertschätzung und Zuwendung sind nicht nur Grundlage des menschlichen Miteinaders sondern auch Kern aller menschlichen Motivation zum Erbringen von Lernleistungen. Potentiale werden entdeckt und durch ritualiserte Anerkennung gefördert: „Es gibt niemanden, der nichts kann.“ Diese Orte sind z.B. die Morgenrunde, der Klassenrat, wöchentliche Versammlungen und eigentlich jede Unterrichtsstunde.
Darüber hinaus haben Schulen auch mit besonderen Auszeichnungsversammlungen herausragende Ereignisse geschaffen, um Anerkennung, Wertschätzung und Gleichwertigkeit als Kultur in der Schule für Demokratie und gegen Rechtsextremismus zu etablieren. Als Instrument ist hierfür auch das Audit geeignet.

Medien: Literatur, Downloads, Links, Videos

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) (2001): Achtsamkeit und Anerkennung. Köln, o.V.; mit Materialien für Schülerinnen und Schüler als Download unter:
http://www.bzga.de/botmed_20420000.html
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) (2003): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung.
Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden in der Gesundheitsförderung. Schwabenheim.
Rosenberg, M. (2010): Gewaltfreie Kommunikation, Paderborn: Jungverman.
Wenzel, S.(2008): Über den Zusammenhang von Anerkennung, Bildung und Demokratie, Berlin o.V.. Eine Studie der RAA Berlin als Download unter:
www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41420/studie
Amadeu Antonio Stiftung (Hrsg.): Anerkennungsaudit, Berlin o.V. . Ein Material zur Schulentwicklung als Download unter:
www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/gegen-gmf/anerkennungsaudit/
Hammerbacher, M.(o.J.): Audit als Möglichkeit der Partizipation für Anerkennung und Gleichwertigkeit
als Download unter:
www.osz-gegen-rechts.de/uploads/media/Audit_am_OSZ_Moeglichkeiten_der_Partizipation.pdf

weitere Links
www.menschenwürde.net
www.scham-anerkennung.de