Aktivitäten

Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft

Die Aufgabe

Basierend auf der über zehnjährigen Erfahrung in der Förderung der Demokratiepädagogik in den 16 Bundesländern, angefangen mit dem BLK-Programm „Demokratie lernen und leben" und fortgeführt durch zahlreiche regionale, landesweite und bundesweite Aktivitäten, wie dem Programm „DemokratieErleben“, initiiert die DeGeDe in 2017 ein neue bundesweite, sektorenübergreifende Bündnisinitiative für die Vernetzung, Stärkung und Verbreitung von wirksamen demokratiepädagogischen Ansätzen.

Neuartig an diesem Ansatz sind v.a. die Konzeption als gesamtgesellschaftliches Bündnis, der systemische Ansatz, die Ausrichtung auf optimale Skalierbarkeit und Collective Impact sowie die Ausdehnung auf Themen wie Kinderrechte und Diversität. Das Bündnis wird gemeinsam entwickelt, verantwortet und getragen von zivilgesellschaftlichen Organisationen, in Partnerschaft mit der öffentlichen Hand, wobei die DeGeDe die Rolle einer backbone-Organisation einnimmt.

Das Vorhaben wird bereits durch die Robert Bosch Stiftung gefördert und durch die Bertelsmann Stiftung unterstützt. Weitere Förderer und Partner sind aufgerufen, die Initiative zu unterstützen.

Die Entwicklung des Vorhabens wird flankiert durch 4 regionale und themenspezifische Round-Table Veranstaltungen im Frühjahr sowie eine Entwicklungskonferenz im Herbst 2017.

Die Herausforderung

Die demokratische Gesellschaft in Deutschland steht verstärkt vor großen Herausforderungen, wie:

  • der massiven Zunahme öffentlich geäußerter rechtspopulistischer, rechtsextremer und rassistischer Haltungen und Gewalttaten,
  • dem islamistischen Terrorismus, der eine Hauptursache für die Fluchtbewegungen darstellt und unsere pluralistische Gesellschaft und demokratische Ordnung herausfordert und bedroht,
  • der Integration hunderttausender geflohener Menschen,
  • der zunehmenden Abkehr vom europäischen Gedanken und den damit verbundenen politischen Veränderungen, welche geeignet sind, die gemeinsamen Werte und Ziele Europas zu gefährden.

In einem Gutachten für die Bund-Länder-Kommission (BLK) haben Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Edelstein und Prof. Dr. Peter Fauser 2001 vor dem Hintergrund der rassistischen und antidemokratischen Ausschreitungen bereits in den 1990ern darauf hingewiesen, dass „Demokratie lernen und leben” als das beste Mittel und das eigentliche Ziel bei der Auseinandersetzung mit diesen demokratiefeindlichen Erscheinungen aufgefasst werden [kann].“ Das gilt für Erwachsene und junge Menschen bis heute und gleichermaßen.

Dabei ist der Ansatz der DeGeDe stets ein primärpräventiver: es geht nicht um eine symptomatische Intervention aktueller Problemlagen, sondern um ein mittel- und langfristig angelegtes Initiative, damit Kinder und Jugendliche frühzeitig das Leben in einer Demokratie erleben und erlernen können und im Laufe ihres Lebens als „mündige Bürger*innen“ das demokratische Leben in unserer Gesellschaft aktiv mitgestalten.

Im Fokus steht inhaltlich verstärkt die Kompetenzentwicklung innerhalb der demokratiepädagogischen Bildung und damit das Erfahren, Erproben und Erleben in realen Kontexten (in Ergänzung zur Wissensvermittlung). Dabei sollen Kinder- und Menschenrechte, soziale Inklusion, Diversity-Management sowie weltanschauliche und religiöse Pluralität als werteorientierte Bildungsarrangements konzipiert werden. Somit wird eine individuelle Stärkung von Kindern und Jugendlichen initiiert, die sich persönlich, an den Menschenrechten orientiert, in das Gemeinwesen einbringen wollen.

Es gibt zahlreiche gute Beispiele dafür, wie formale und nonformale Bildungseinrichtungen Demokratie, Partizipation und Engagement fördern. Allerdings ist die Demokratiepädagogik als Element systemischer Organisationsentwicklung noch nicht in der Fläche angekommen. So ist es immer noch von vielen Faktoren abhängig, ob eine Bildungseinrichtung die demokratische Bildung ihrer Kinder und Jugendlichen systematisch verankert hat – und damit auch, ob Kinder und Jugendlichen in gelingender Weise Demokratie erleben und erlernen können.

Unser Ansatz

Um die Zukunft der Demokratie zu sichern, muss nach unserer Auffassung jeder junge Mensch in Deutschland von klein auf Demokratie lernen und leben und somit das demokratische Gesellschaftssystem als Wertesystem einer globalen Welt argumentativ und durch das eigene Handeln verteidigen können. Dazu braucht es Bildungseinrichtungen, die dies als wesentliche Aufgabe verstehen und die Demokratiebildung konsequent umsetzen.

Um alle Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu erreichen, setzen Bildungseinrichtungen vermehrt auf  Kooperationen in lokalen Bildungslandschaften. Diese benötigen jedoch vielfältige Unterstützungen sowie eine Vernetzung der Akteure. Daher gründet die DeGeDe unter dem Arbeitstitel „Bildung für eine demokratische Gesellschaft“ eine gesamtgesellschaftliche Initiative.

Gemeinsam werden wir darauf hinwirken,

  • wirksame, skalierbare Instrumente zur Ausweitung einer Bildung für eine demokratische Gesellschaft zu erproben, zu fördern und zu verbreiten,
  • Beispiele gelingender Praxis der Bildung für eine demokratische Gesellschaft in Bildungseinrichtungen zu identifizieren, öffentlich bekannt zu machen und sie für andere Einrichtungen transferierbar aufzubereiten,
  • die demokratiefördernden Programme der Bündnispartner und anderer Einrichtungen, im schulischen wie im außerschulischen Bereich, besser zu vernetzen und zu koordinieren,
  • öffentliche und politische Aufmerksamkeit für das Anliegen einer Bildung für eine demokratische Gesellschaft zu schaffen und einen öffentlichen Diskurs zu initiieren und zu organisieren,
  • die wissenschaftliche Forschungs- und Erkenntnislage zu verbessern.

Ziel der Initiative ist es, bis 2025 bundesweit, flächendeckend und in fest verankerten Strukturen durch Pädagoginnen und Pädagogen in Bildungseinrichtungen gezielte Anlässe und Angebote zu schaffen, damit Kinder und Jugendliche persönliche Erfahrungen mit Demokratie und Verfassung, Menschenrechten und Pluralität machen und so Demokratie lernen können.

Bündnisaufruf!

Wir rufen zivilgesellschaftliche Institutionen, wie Stiftungen, Bildungsträger und -programme, aber auch Politik und Verwaltung in Bund und Ländern dazu auf, sich der Bündnisinitiative anzuschließen.

Sie können die Initiative ideell oder finanziell unterstützen, in dem Sie aktiv bei der Bündnisentwicklung mitwirken: Mitglied werden oder spenden!

Für Fragen und Informationen zur Initiative steht Ihnen Martin Nanzig gerne zur Verfügung.