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Rechtsextremismus

Der Rechtsextremismus hat zwei Gesichter. Er ist einerseits eine parteipolitische Strömung und andererseits ein Phänomen antidemokratischer Subkultur - mit tausend Internet-Portalen, Verlagen, Musikgruppen, Textilgeschäften - allein in Sachsen gibt es vierzig Produktionsstandorte. Der parlamentarische Weg erweist sich für die Rechte als reichlich steinig. Die großen Wahlerfolge scheinen Vergangenheit. Umso stärker ist die Faszination des Kameradschafts-Untergrunds und seiner Netzwerke.

Die Rechte operiert in einem zweifachen Vakuum. Stark ist der Rechtsextremismus dort, wo die Zivilgesellschaft schwach ist und die demokratischen Parteien versagen. Die Wortergreifungs-Strategie der NPD zielt auf die Eroberung neuer Räume und die argumentative Auseinandersetzung mit den „Gutmenschen“. Entrüstung hilft hier nicht, sondern nur die Kraft des demokratischen Gegenarguments. Das andere große Vakuum ist der Mangel an demokratischer Erneuerungsbewegung und Jugendkultur. Es gibt keinen demokratischen Underground.

Es gibt einen faschistischen Code in der Jugend-Subkultur. Das Beispiel des Comic-Hefts „DIE! oder wir“ aus dem Hamburger Anarcho-Pogo-Milieu zeigt: die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist längst zu einem populären ästhetischen Gegenmodell zu einer humanen, zivilisierten Postmoderne geworden. Von „Landser“ bis zu den „Veddel Streetz“ gilt: Gewalt- und Auslöschungsphantasien, Freund-Feind-Schemata und „ethnische Säuberungen“ spielen in Jugendunterhaltung eine große Rolle. Zwischen Germanen-Rock, Black Metal und White Power und sind die ideologischen Gemeinsamkeiten unübersehbar.

Konsequenz Nr. 1: Wir brauchen eine neue demokratische Jugendbewegung!
Konsequenz Nr. 2: Wir brauchen eine neue anti-totalitäre Musik und Kunst!
Konsequenz Nr. 3: Demokratie ist ein Abenteuer!